Evaluationsbericht - Netbookeinsatz bei Kindern

Executive Summary

Die rasante Verbreitung von Mobiltechnologien hat grossen Einfluss auf viele Bereiche der heutigen Wissensgesellschaft. Das Netbook ist eines von vielen mobilen Geräten, welches das Lehren und Lernen bereichern und in neue Zusammenhänge stellen kann. Die Geräte können eine Vielfalt von lernwirksamen Tätigkeiten von Kindern unterstützen, wie ortsunabhängiges Recherchieren, Dokumentieren der realen und virtuellen Umwelt, schöpferisches Gestalten elektronischer Dokumente, Kommunizieren oder auch Spielen. Die Lernprozesse finden dabei über formelle und informelle Kontexte hinweg statt − sei es in der Schule, in der Freizeit oder bei Kulturangeboten.

Trotz des grossen Potenzials dieser soziotechnologischen Innovationen gibt es noch wenig systematische Untersuchungen zu Netbook-Einsätzen in Schulen. Um Erkenntnisse erster ausländischer Studien zu validieren und Einsatzszenarien von Netbooks für den Schweizerischen Bildungskontext zu identifizieren, hat das Schweizerische Netzwerk für Bildungsinnovation drei Pilotprojekte begleitet und anhand folgender Leitfragen evaluiert:

  1. Welche Wirkungen und Effekte eines Netbook-basierten Lernprojekts werden von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und weiteren bezugspersonen hinsichtlich des Lernprozesses und -ergebnisses wahrgenommen?
  2. Welches sind die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Erfolg und Misserfolg des Netbookeinsatzes bei Kindern?

Anhand eines Designbasierten Ansatzes wurden zunächst erste Erkenntnisse aus ausländischen Studien zusammgetragen und analysiert. 

Auf dieser Wissensbasis gestalteten und realisierten Lehrkräfte iterativ − unter Einbezug von Experten − drei Netbook-basierte Lernprojekte, die eine Vielfalt von Lernformen und -methoden umfassten:

  1.  In einer Projektwoche im Calancatal recherchierten 13 Kleinklassenschüler eine Vielfalt von Themen wie „Älplerleben“, „Steinbruch“ oder „Naturschutz“. Als Grundlage für eine Schülerzeitung führten die Kinder Interviews, fotografierten Alltagssituationen, verfassten Texte oder koordinierten ihre Einsätze mit Hilfe der Netbooks.
  2. Zehn Kinder im ausserschulischen Computerkurs „Compisternli“ erlernten anhand eines Bildbearbeitungsprogramms den kreativen Umgang mit Netbooks. Durch Präsentationen, gegenseitiges Erklären sowie Übungsaufgaben in der Schule und zu Hause erarbeiteten die Kinder ihre Fertigkeiten. Ziel des Projekts war die Weitervermittlung des Know-hows an ältere Personen.
  3. Fünftklässler einer Graubündner Schulklasse führten Kindergartenkinder in den Umgang mit einem Malprogramm ein. Nachdem die Schüler das Programm kennen gelernt hatten, unterstützten sie Kindergartenkinder bei der Erstellung interaktiver Geschichten auf mit Touchscreen ausgestatteten Netbooks. Diese Begegnung führte auf beiden Seiten zu zahlreichen Lernerlebnissen.

Die Planung und Realisierung der Projekte wurde von einem wissenschaftlichen Team begleitet und systematisch analysiert: Die Befragung aller Beteiligten sowie die Auswertung von Lerntagebüchern in der Evaluation der Pilotprojekte zeigte, dass die Netbooks in den realisierten Lernsettings wirkungsvoll eingesetzt werden konnten.

Die Projektkonstellationen führten zu einer hohen Motivation der Lernenden und wirkten sich günstig auf das Lernverhalten der Kinder in unterschiedlichen Kompetenzbereichen aus. Als wichtigste Einflussfaktoren auf den Erfolg der Netbookprojekte wurden u.a. folgende Aspekte identifiziert:

Der Einsatz konstruktivistisch orientierter Lernarrangements mit offenen Aufgaben und Projektaufträgen und die Methode „Lernen durch Lehren“

Wichtig scheint dabei, nicht einzelne technische, didaktische oder organisatorische Einflussfaktoren zu optimieren, sondern diese drei Dimensionen in einem gesamtheitlichen Lernsetting aufeinander abzustimmen.

Gerne senden wir Ihnen auch den vollständigen Evaluationsbericht zu. Nehmen sie bitte hierzu Kontakt mit uns auf